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Tastatur "zu Fuß"
Ein historisches Projekt aus meiner Anfangszeit: Ein Decoder, der die Informationen aus einer Tastaturmatrix in ASCII-Code umwandelt und per RS-232 versendet.

Eine Impression aus der Steinzeit der Heimcomputer-Technik. ;-)

Meinen ersten eigenen Rechner habe ich mir Ende der 80er angeschafft. Das war zu Zeiten noch vor dem ersten IBM-PC und auch vor dem C64. Das einzig halbwegs erschwingliche und professionelle Betriebssystem war damals CP/M (in der Version 2.2). An der Uni kam ich unter anderem auch an den Assembler-Quellcode für das CP/M - damit waren die Rahmenbedingungen für meinen Rechner abgesteckt. Als CPU mußte es die Z-80 sein, damit ich den Quellcode verwenden konnte. Hardware war damals teuer, also stand Selbstbau für mich auf dem Programm. Die Basis war der Bausatz des NDR-Klein Computers: Z-80 mit 4 MHz, 64 KByte RAM (mehr ging nicht 8-) ) Bausatz, weil ich eher Zeit als Geld hatte.

Jeder Rechner braucht eine Eingabemöglichkeit. Zu der Zeit waren dedizierte Terminals üblich - aber ich hatte natürlich keins. Eine Europarkarte mit einer Handvoll ICs emulierte eins. Daran angeschlossen ein normaler monochromer Analogmonitor.

Fehlte nur eine Tastatur. Die gab es damals für 500 D-Mark zu kaufen - zu viel für mein Budget. Ich fand eine nackte Tastaturmatrix auf der nur die Tasten bestückt waren (Deutsches Layout mit separatem Zifferblock) für 70 D-Mark. Also hab ich mit hingesetzt und mit 74LS-xx TTL Bausteinen einen Decoder für die Tastaturmatrix auf zwei Europakarten gebaut, der am Ende dann ASCII mit 9600 Baud ausgab was die Terminalkarte verdauen konnte. Mit Entprellen der Tasten und Auto-Repeat wenn man eine Taste länger gedrückt hielt. Hat mir ein, zwei Jahre gute Dienste geleistet, bis ich sie dann durch eine kommerzielle ersetzt habe - die Preise waren inzwischen gefallen ...

IoT ist ein Thema für mich und so kehre ich zurück zur Hardware. Um mit KiCad warm zu werden habe ich mich mal hingesetzt und als Fingerübung den alten Schaltplan dieses Tastaturmatrix-Decoders in KiCad nachgebaut. Was man heute mit einem kleinen Microcontroller, die es damals noch nicht gab, macht, habe ich mit diskreter Logik aufgebaut. Sehr lehrreich, aber bei einen Keyboard-Preis von teilweise unter EUR 20.- wird heutzutage natürlich niemand mehr so etwas bauen.

Leider sind da Abweichungen in dem alten Schaltplan zu der alten Verdrahtungsliste. Hab ich jetzt noch nicht vollständig aufgelöst. Für den Überblick sollte es aber reichen.

Schaltplan